Kulturelle Verhaltensregeln auf Koh Samui, die jeder Reisende kennen sollte

Kulturelle Verhaltensregeln auf Koh Samui, die jeder Reisende kennen sollte
Von Vilhelms


Die Ankunft auf Koh Samui hat etwas unbeschreiblich Zauberhaftes. Vielleicht liegt es an dem einladenden Duft der Kokospalmen im frühen Morgenlicht oder am sanften Licht der Sonne, das über die alten Holzstege von Fisherman's Village fällt. Was auch immer der Zauber sein mag, man spürt schnell, dass diese Insel zwar einladend ist, aber weit mehr als nur ein Paradies mit türkisfarbenem Wasser und Mango-Smoothies. Sie ist ein Geflecht aus Traditionen – durchwoben von Ehrfurcht, Zurückhaltung und, ja, einem überraschenden Sinn für Humor.

Wenn es Ihnen so geht wie mir, sind Sie mit einem Rucksack voller Neugierde und vielleicht auch mit einigen offenen Fragen hier gelandet, wie Sie Ihre Gastgeber nicht versehentlich vor den Kopf stoßen. Erlauben Sie mir daher, Ihnen eine kleine Einführung in die thailändische Etikette zu geben, wie sie auf dieser Insel gelebt wird. Die Regeln sind subtil, die Lächeln aufrichtig und die Belohnungen – nun ja, sie sind unvergesslich.


Der Wai: Eine Geste mit mehr Nuancen als ein Händedruck

Stellen Sie sich vor: Sie betreten ein gemütliches Nudelrestaurant in der Nähe des Bophut-Strandes (suchen Sie auf Google Maps nach “Bophut Beach”), und der Inhaber begrüßt Sie mit zusammengepressten Handflächen, die Fingerspitzen auf Brusthöhe, und einer leichten Verbeugung. Dies ist der Wai, ein Gruß, so alt wie die Banyanbäume, die die Tempel der Insel schmücken.

Der Wai ist sowohl Gruß als auch Segen, eine Art, Hallo, Auf Wiedersehen, Danke und manchmal auch “Bitte entschuldigen Sie meine schrecklichen Flip-Flops” zu sagen. Wenn Sie einen Wai erwidern, spiegeln Sie die Geste. Im Zweifelsfall lieber respektvoll sein – je tiefer Sie die Hände senken und sich verbeugen, desto größer ist die Ehrerbietung. Begrüßen Sie jedoch keine Kinder oder Servicekräfte mit dem Wai; in Thailand bestimmen Status und Alter den Umgangston.


Tempel: Schuhe ausziehen, nicht die Neugierde

Die Tempel von Koh Samui sind mehr als architektonische Meisterwerke – sie sind Zeugnisse der Seele der Insel. Die goldene Ruhe des Wat Plai Laem (suchen Sie auf Google Maps nach “Wat Plai Laem”) zieht Pilger und Wanderer gleichermaßen an. Bitte ziehen Sie Ihre Schuhe aus, bevor Sie die Haupthalle betreten. Es geht dabei weniger um Hygiene als um Demut – ein stilles Eingeständnis, dass heiliger Boden barfuß betreten werden sollte.

Kleiden Sie sich dezent: Schultern bedeckt, Knie verhüllt, Kopfbedeckung ablegen. Falls Sie den Tempel des Großen Buddha (offiziell “Wat Phra Yai” – suchen Sie ihn auf Google Maps) besuchen, spüren Sie die andächtige Atmosphäre. Selbst die Krähen scheinen hier leiser zu krächzen. Fotografieren ist erlaubt, aber bitte mit der gleichen Rücksichtnahme, die Sie auch einem älteren Verwandten entgegenbringen würden.


Kopf und Füße: Der Höchste, der Niedrigste

In der thailändischen Kultur gilt der Kopf als der höchste Körperteil, die Füße hingegen als der niedrigste. Das ist nicht nur poetisch, sondern auch eine Frage des guten Benehmens. Berühren Sie niemals den Kopf eines Einheimischen, nicht einmal die zerzausten Haare eines kichernden Kindes. Richten Sie Ihre Füße auch nicht auf Menschen oder Buddha-Statuen. Im Schneidersitz zu sitzen ist in Ordnung, aber wenn Sie sich mit ausgestreckten Beinen und den Zehenspitzen auf den Altar im Wat Khunaram (suchen Sie auf Google Maps nach “Wat Khunaram”) ausstrecken, werden Sie sicher einige hochgezogene Augenbrauen ernten.


Tischmanieren: Löffel, Gabeln und gemeinsame Teller

Essen auf Koh Samui ist ein Erlebnis, das man am besten gemeinsam genießt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gerichte werden geteilt, und die Mahlzeiten folgen einer sanften Choreografie. Sie werden beobachten, dass die Einheimischen mit dem Löffel in der rechten Hand essen und die Gabel benutzen, um das Essen auf den Löffel zu schieben. Essstäbchen sieht man zwar an Nudelständen, wie beispielsweise am Lamai Beach (suchen Sie auf Google Maps nach “Lamai Beach”), aber eher selten zu Hause.

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Teller nachgefüllt wird, bevor Sie fertig sind. Das ist ein Zeichen von Gastfreundschaft, nicht von Ungeduld. Und wenn Sie im Supattra Thai Dining (suchen Sie auf Google Maps nach “Supattra Thai Dining”) ein grünes Curry genießen, lassen Sie sich Zeit. Hier herrscht keine Eile – nur die gemächliche Ruhe des Insellebens.


Respekt vor Mönchen: Eine stille Ehrfurcht

Auf Koh Samui schreiten safranfarben gekleidete Mönche mit stiller Würde über die Märkte und Strände. Frauen sollten jeglichen Körperkontakt mit Mönchen vermeiden – selbst eine flüchtige Berührung der Hand gilt als Tabu. Wer Almosen geben möchte, sollte dies respektvoll tun (es ist üblich, die Gabe auf ein Tuch oder in eine Schale zu legen).

Mönche werden zwar verehrt, sind aber nicht unnahbar. Ich verbrachte einmal einen Nachmittag im Schatten von Wat Racha Thammaram (einfach “Wat Racha Thammaram” auf Google Maps suchen) und lauschte den Geschichten eines jungen Mönchs über den Kokosnussanbau und die Meditation. Sein Lachen war so hell wie die rotockerfarbenen Wände des Tempels.


Die Kunst des Lächelns: Mehr als nur Höflichkeit

Thailänder sind für ihr Lächeln bekannt, und die Bewohner von Koh Samui bilden da keine Ausnahme. Das Lächeln ist hier ein vielseitiges Mittel: Es beseitigt Missverständnisse, drückt Dankbarkeit aus und kann mitunter Verlegenheit oder sanfte Meinungsverschiedenheiten verbergen. Im Zweifelsfall lächeln. Es mag nicht jedes soziale Problem lösen, aber es wird sicherlich einige Beziehungen stärken.


Schlussbetrachtung: Das Herz der Insel

Letztendlich geht es bei den Umgangsformen auf Koh Samui weniger um strenge Regeln als vielmehr um eine Haltung – eine Haltung der Demut, Offenheit und stillen Wertschätzung für den Rhythmus der Insel. Wenn Sie jeder Begegnung mit Lernbereitschaft, einer Prise Humor und einem ehrlichen Lächeln begegnen, werden Sie nicht nur als Besucher, sondern als Mitreisender auf den gewundenen, von Kokospalmen gesäumten Straßen der Insel willkommen geheißen.

Packen Sie also neben Sonnencreme auch Ihre Neugier ein. Die Verhaltensregeln hier beschränken sich nicht nur darauf, was man nicht tun sollte – es geht vielmehr um die Kunst, im Hier und Jetzt zu sein, wahrzunehmen und sich dem grandiosen, sonnenbeschienenen Tanz von Koh Samui anzuschließen.


Mehr über die Tempel und Strände von Koh Samui erfahren Sie, indem Sie auf Google Maps nach Orten wie “Wat Plai Laem”, “Big Buddha Temple”, “Lamai Beach” und “Fisherman’s Village” suchen. Und denken Sie daran: Die schönsten Entdeckungen macht man oft abseits der ausgetretenen Pfade.

Vilhelms Kalnins

Vilhelms Kalnins

Leitender Redakteur für Kultur und Kulturerbe

Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung im Reisejournalismus und einer lebenslangen Leidenschaft für das Entdecken weniger bekannter Geschichten bringt Vilhelms Kalnins eine erfahrene Perspektive in Samui Love ein. Er hat in mehreren Ländern gelebt und ist viel durch Südostasien gereist. Er versteht es, Kulturgeschichte mit praktischen Reiseerkenntnissen zu verknüpfen. Vilhelms ist bekannt für seine sorgfältige Recherche, seine herzliche Art zu erzählen und sein Talent, mit Einheimischen in Kontakt zu treten und so verborgene Schätze zu entdecken. Er legt Wert auf Authentizität, ist stets neugierig und betreut gerne jüngere Autoren in der Kunst des immersiven Reisejournalismus.

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